Wie die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, sind dem Leben bzw. der ungebremsten Expansion sozialer Netzwerke im Internet mitunter enge und nicht selten auch schnelle Grenzen gesetzt: Was gestern noch als „state-of-the-art“ in der Gunst der Nutzer galt, ist heute fast vergessen oder dümpelt nur noch unter ferner liefen vor sich hin. Darüber hinaus sind die Nutzer der Netzwerke auch weit weniger „markentreu“, wie lange Zeit fälschlich angenommen wurde: Ändert ein Anbieter die Features und Schwerpunkte grundlegend oder verkompliziert die Anwendung unnötig, wechseln die User ohne viel Federlesens zum nächsten, anhaltend wichtig sind den meisten jedoch nach wie vor Kostenlosig- und möglichst einfache Handhabbarkeit.
Auch ich habe schon den ein oder anderen diesbezüglichen Wechsel hinter mir, ausschlaggebend hierfür waren in meinem Fall neben den oben erwähnten und mir meist nicht nachvollziehbaren Wechseln in der Nutzungsstruktur auch der Umzug vieler Freunde, Bekannter und anderer Kontakte zu einem neuen oder übersichtlicherem Netzwerk, denn wer möchte schon allein auf weiter Flur in einem quasi verwaisten virtuellen Raum verweilen? Auf Empfehlung eines Freundes habe ich mir nun während einer Urlaubsreise das erste Mal das seit diesem Sommer bestehende Angebot Google+ des Suchmaschinenriesen aus dem kalifornischen Mountain View angesehen, um mir eine eigene Meinung darüber zu bilden.
Mein erstes Fazit fällt dabei überraschend positiv aus. Das eher schlichte und einfache Design ist grundsätzlich ansprechend, übersichtlich und gut umgesetzt und auch die detaillierte Suchfunktion ist sehr gelungen. Gleiches gilt für die „Circle“-Funktion, mit der man seine Kontakte viel besser als bei anderen Netzwerken je nach Wunsch und Art der Bekannt- oder Freundschaft gliedern und damit auch die Preisgabe von Neuigkeiten und Statusmeldungen nach verschiedenen Kriterien (z.B. beruflich oder privat) strukturieren kann. Auch der Videochat „Hangout“, bei dem bis zu zehn Teilnehmern gleichzeitig miteinander kommunizieren können, erscheint mir viel versprechend, eine letztendliche Beurteilung von Google+ ist aber wohl erst möglich, wenn noch ein wenig Zeit vergangen ist. Schließlich steht die Anwendung ja erst seit Anfang Oktober jedem Nutzer potentiell offen, und die auf den ersten Eindruck beeindruckende Anzahl von bereits ca. 40 Millionen Teilnehmern relativiert sich bislang natürlich, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei lediglich um registrierte, nicht jedoch zwangsläufig auch aktive Nutzer handelt.






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